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Steffy´s Leben mit Magenbypass

Steffy´s Leben mit Magenbypass – 11 Jahre mit allen Höhen und Tiefen

Anfang 2007 kam mein Entschluss, dass ich so, wie bisher nicht weiter machen kann, wenn ich ein gesundes Leben leben möchte. Wer kennt das nicht. Man nimmt zu und denkt sich, ja ist nun einmal so das wird schon wieder weggehen;- genau das Gegenteil passiert natürlich. Wahrscheinlich war ich lange so naiv, und wollte einfach nach wie vor das Glauben, was meine Oma immer zu mir gesagt hat.

Steffy das ist alles noch Babyspeck und verwächst noch.

Nun, mit 31 Jahren Babyspeck … mehr Wunsch als Realität.
So begann ich damals in diversen Foren zu lesen, um mir Hilfe zu suchen. Damals waren Hausärzte noch überforderter mit der Thematik als heute, ebenso gab es kaum ein Adipositaszentrum und schon gar keine Schwerpunktpraxen.

Somit war man auf die Foren angewiesen. Ebenso musste man weite Strecken fahren, wenn man denn dann Hilfe in Anspruch nehmen möchte.

Mein erster Kontakt in einem Adipositaszentrum

Gesagt getan, ich vereinbarte einen Termin in einem großen Adipositaszentrum, um zu erfahren, was ich machen muss, damit ich ein „Magenband“ bekomme. Voller Vorfreude und Erwartungen saß ich im Wartebereich.

Endlich kam ich dran. Ein erfahrener Chirurg saß mir gegenüber, erklärte mir dass ich nur einen Bericht von meinem Hausarzt mit allen bisher gescheiterten Diätversuchen bräuchte und dass mein Hausarzt mich unterstützt. Ein psychologisches Gutachten wurde im Anschluss an das Gespräch vereinbart, den chirurgischen Bericht bekäme man mit der Post und ich müsste alles nur zur Krankenkasse schicken. Ok bis hierhin alles gut, das ist doch zu schaffen.

Dann wurde ich noch ein paar Dinge abgefragt und wir kamen zum Thema Rauchen. Der nette Arzt grinste mich an, meinte ich muss aber aufhören zu rauchen. Ja, auch das habe ich in meinem Leben immer und immer wieder gehört seitdem ich rauche und es hat mich also nicht wirklich gestört das zu hören. Aber dass der nette Doc sich dann direkt mir gegenübersitzend eine Zigarette anmachte, verwunderte mich dann schon. Nun gut, ich habe also alles erledigt was mir gesagt wurde und bekam dann 4 Wochen später die Ablehnung.

Gefrustet und lustlos flogen dann alle Unterlagen tief in den Schrank und das Thema Op war erst einmal vom Tisch. Ich entschloss mich es dann doch noch einmal mit Weight Watchers zu versuchen….ohne großen Erfolg.

Mein Magenbypass

Anfang 2009 kam ich dann in eine Situation, die mich dazu bewegte, es doch noch einmal mit einer OP anzugehen. Ich vereinbarte in einem anderen Adipositaszentrum einen Termin.
Im Oktober 2009 war es dann endlich soweit,- meine Magenbypass OP stand an.
Die ersten 2 Jahre vergingen problemlos, die Abnahme klappte hervorragend, beinahe keine Probleme mit dem Essen und Trinken, keine Unverträglichkeiten und vor allem schmerzfreies Bewegen, Sport machte Spaß und war meine neue Sucht.

Die Wederherstellungsoperation (WHO)

2011 war die 1. WHO (Bodylift). Ich habe lange überlegt, ob ich diese OP machen lasse, so schlimm hing die Haut ja gar nicht….aber man wird auch irgendwie eitel. Die OP verlief gut und ich konnte nach 10 Tagen Krankenhausaufenthalt nach Hause.

Geplatzte Naht

3 Wochen später begann dann meine Chaoskarriere. Ich wurde nachts wach, weil mein Bett nass war….die Narbe war gerissen. Also zack zack meinen Mann wecken, die Klinik anrufen, kurz schildern und dann los. Leider war es ein Montagmorgen und wir haben 4 Stunden statt 1,5 in die Klinik gebraucht. Kaum auf dem Parkplatz der Klinik hört man ein lautes reißen….Narbe weiter aufgerissen. Schmerzen hatte ich keine, war ja noch alles taub.

Nach einer kurzen Diskussion mit den Ärzten war dann klar, sofort in den OP. Natürlich wollte man mir wieder einmal klar machen das das Rauchen Grund für die Wundheilungsstörung war….natürlich was auch sonst. Früher war das übermäßige Essen schuld, das geht ja nun nicht mehr, also nehmen wir mal wieder das Rauchen. Es stellte sich jedoch heraus, dass es an dem Nahtmaterial lag.

2012 Bruststraffung, ohne jegliche Probleme.

Sodbrennen, Schmerzen …

Mitte 2013 bekam ich auf einmal extremes Sodbrennen, Schmerzen im Bauch, konnte von jetzt auf gleich zwei Brötchen frühstücken und gleich noch ein Croissant hinterher.

Da konnte doch was nicht stimmen. Nach einigen Untersuchungen und einem Schluckröntgen dann die Diagnose „Candy Cane“ (Blindsackbildung). Also wieder in die Narkose, Blindsack operativ korrigieren. Leider hielt das nicht lange an. 6 Monate später wieder die gleichen Beschwerden, ich konnte nachts kaum schlafen vor Brennen im Hals. Natürlich wurde mir wieder erklärt dass das Rauchen die Geschwüre macht. Nur das ich da schon gar nicht mehr geraucht hatte. Also kann es das ja nicht gewesen sein.

Mehrere Untersuchungen, diesmal auch eine PH- Metrie(  ürchterlich) kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Röntgen mit Kontrastmittel, Darmspieglung, Magenspieglung…Magengeschwür, Blindsack… OP in 2014. Danach hatte ich endlich Ruhe…..für 1,5 Jahre.

20 kg Zunahme

Im Jahr 2016 kamen die Beschwerden zurück und ich nahm 20 kg zu.
Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt, entschloss ich mich, mich dort noch einmal auf den Kopf stellen zu lassen.
Magenspieglung, Breischluck, etc.. Letzen Endes habe ich dem Arzt gesagt er solle machen was er für richtig und nötig hält. Hauptsache ich habe endlich einmal Ruhe und nicht mehr solche Schmerzen. Wir einigten uns, das während der OP (Geschwür weg machen) entschieden wird, was man noch machen kann.
Während der OP wurden meine Darmschlingen vermessen, die ziemlich kurz gehalten wurden. Diese hat der Arzt verlängert. Ebenso ist meine Anastomose ziemlich weit gewesen, sodass ich einen Minimizerring eingesetzt bekommen habe (auch hierfür gab ich das ok).

4 Jahre mit dem Minimizer

Nun lebe ich also seit knapp 4 Jahren mit dem netten Minimizerring. Ich kann euch nicht sagen wie oft ich diesen schon verflucht habe, aber auch vergöttert.
Seit Jahren habe ich ziemlich schnell ein Sättigungsgefühl. Aber auch der Ring ist nichts für schwache Nerven. Es gab genug Tage, besonders im ersten Jahr, wo ich am liebsten gleich wieder in die Klinik gefahren wäre, damit das „Ding“ rauskommt. Die ersten 4 Monate war eigentlich das Badezimmer der meistbesuchte Ort.
Meine Familie machte sich schon Sorgen weil wirklich fast gar nichts ging. Dann waren 4 Monate wo alles gut war und dann ging es wieder von vorne los. Meine kleine „Diva“ in mir hat mich noch heute ziemlich gut im Griff. Das wichtigste jedoch ist, das ich keine Schmerzen mehr habe, kein Sodbrennen und es scheint als sei nun endlich mal Ruhe.

Kieferknochen und Zähne

Was neben all den Oerationen und Beschwerden bei mir extrem hinzu kam sind schlechte Zähne und die Rückbildung des Kieferknochens. Ich war immer regelmäßig zu den Kontrollen, hatte nie Löcher oder brüchige Zähne.
Seit 2009 hab ich auch da das Los der meisten Besuche gewonnen. Ein Kontrolltermin und mindestens 20 Folgetermine. Parodontosebehandlungen, Löcher, lockere Zähne, Kronen….
Trotz entsprechender Supplementation.

Die aktuelle B.I.A. Messung

.. hat mir gezeigt, das ich optisch von gesehen habe. Ich habe in den letzten zwei Jahren wieder knapp 7 kg zugelegt. Ja, die Muskelmasse hat sich verbessert.
Mein Viszeralfett (Bauchfett) ist von 0,8 liter auf 1,9 liter gestiegen. Eine Stelle, die man als Frau besonders mag. Ich habe aktuell keine Ahnung wie das „passieren“ konnte.

Es bleibt also spannend was in dem kommenden Jahren alles noch kommen mag.

Eure Steffy


Anmerkung von Micha
Steffy, ich Danke Dir, dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt.
Wenn auch Ihr Eure Geschichte veröffentlichen wollt, meldet Euch bei mir

Bild von Elias Sch. auf Pixabay

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Ein Kommentar

  1. Susanne Susanne 15. August 2020

    Danke für deinen Bericht. Ich finde Eure Ehrlichkeit beeindruckend. Wie oft höre und lese ich, dass nach Op alles gut ist.
    Was den „Bauchring“ angeht, dass könnte hormonelle Gründe haben. 😉

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