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Die Praxisgebühr kommt …

.. früher oder später werden wir uns wieder mt der Praxisgebühr herumschlagen müssen.

Wenn ich nicht mehr weiter weiß …

hier kommt normalerweise nun „gründe ich einen Arbeitskreis“ Aber nein.
In der Politik ist es eher „nehmen wir Dinge, die schonmal totaler Mist waren und alle genervt haben“.

Wann gab es die Praxisgebühr?

Vom 1. Januar 2004 bis 31.12.2012 gab es diese nette bürokratische Nebentätigkeit für die Praxen aktiv.

Was brachte sie ein?

Wenn ich es richtig recherchiert habe, brachte die Praxisgebühr jährlich zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro für die Krankenkassen ein.

Was kostete die Praxisgebühr?

A) Die „offiziellen“ Schätzungen (Regierung/Kassenlager):
Von politischer Seite wurde oft argumentiert, der Aufwand sei „überschaubar“. Man ging teilweise von Verwaltungskosten im Bereich von etwa 50 Millionen Euro pro Jahr aus (ca. 2,5 – 3 % der Einnahmen). Das wurde von der Ärzteschaft als realitätsfern empfunden.

B) Die Schätzungen der Ärzteschaft (KBV/Realität in den Praxen):
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) legte Zahlen vor, die ein völlig anderes Bild zeichneten. Sie basierten auf Zeitmessungen, wie lange der Vorgang pro Patient an der Anmeldung dauerte.

  • Zeitaufwand: Die KBV errechnete einen bürokratischen Mehraufwand von insgesamt rund 48 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr in deutschen Arztpraxen, nur um die 10 Euro zu verwalten. Das entspricht der Arbeitskraft von etwa 24.000 Vollzeitstellen.
  • Monetäre Kosten: Wenn man diese Arbeitszeit in Kosten umrechnete, kamen verschiedene Studien auf Bürokratiekosten für die Praxen zwischen 360 Millionen Euro und bis zu 800 Millionen Euro pro Jahr.

Wen trifft diese Gebühr?

Die Praxisgebühr wird alle gesetzlich Versicherten treffen. Besonders geringverdiener mit chronischen Erkrankungen wird es treffen.

Welche Alternativen gibt es?

  • Versicherungsfremde Leistungen nicht zu Lasten der GKV
    Die GKV zahlt u. a. für das Mutterschaftsgeld, Leistungen bei Schwangerschaft oder die kostenlose Mitversicherung von Bürgergeld-Empfängern. Der Bundeszuschuss aus Steuermitteln deckt diese Kosten oft nicht vollständig.
  • „Ambulantisierung“
    Viele Leistungen, für die man eine Klinik benötigt, brauchen nicht zwangsläufig eine Übernachtung.
    Durch die Sektorengrenzen funktioniert das alles nicht.
  • Mehrwertsteuersenkung auf Arznemittel
    Dies würde 5-6 Milliarden € pro Jahr bringen und die Kassen gut entlasten.
    Was in der Gastronomie geht, sollte im Gesundheitswesen doch auch funktionieren. Auch wenn ich nicht glaube, dass die Preise in der Gastronomie sinken werden Aber das ist ein anderes Thema.
  • Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen
    Das würde nur wirklich die treffen, die mehr als 5.500 € / Monat im verdienen
  • Wahltarife bei den Kassen
    Mit Hausarztmodellen oder anderen prämienbasierten Tarifen könnte hier auch Erleichterung gebracht werden.
    Wenn es denn ausreichend Hausärzte gebe … wo wir wieder bei einem anderen Problem wären *seufz*

Ein paar „alte“ und neue Nachweise zu der Diskussion gefällig?

https://www.aerzteblatt.de/archiv/praxisgebuehr-das-ende-eines-irrtums-c354f8c7-ea55-4365-823f-3ec36f720628

https://www.aerzteblatt.de/news/kbv-chef-gassen-gegen-wiedereinfuhrung-von-praxisgebuhr-63b75c7e-25eb-4cb6-8cd9-f90163a2eb58

https://www.aerzteblatt.de/archiv/zuzahlungen-praxisgebuehr-trifft-arme-36c93dff-d544-4967-aa60-d124c305a217

Was meint Ihr zu dem Thema Praxisgebühr?

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Ein Kommentar

  1. Ellis Huber Ellis Huber 29. Dezember 2025

    Strafgebühren für Menschen, die Hilfe erwarten, zerstören das Vertrauen in die Humanität des Gesundheitswesens. Die Patienten wollen ankommen und gesehen werden, dann irren sie nicht mehr durch das System. Sie dürfen auch wissen, dass egoistische Gier der Gesundheit schadet.

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