Ich glaube der mit Abstand meist gelesene Artikel in meinem Blog ist „Fast 10 Jahre mit Magenbypass„.
Es ist auch der Artikel mit den meisten Reationen von Euch. Viele berichten, dass sie Angst vor der OP hätten und nach dem Artikel nochmal drüber nachdenken.
Ein Update 5 Jahre später
Es ist einiges passiert in den letzten 5 Jahren. Magengeschwüre hatte ich keine mehr und aktuell geht es mir mit dem Magenbypass sehr gut.
Zwischenzeitlich war ich gewichtsmäßig bei fast 120 kg angekommen, was mich tatsächlich ordentich belastet hat.
Du siehst schlecht aus. Bist Du krank?
Ist die Frage, die ich in den letzten Wochen öfters gehört habe. Warum? Weil ich gewichtsmäßig aktuell wieder bei 102 kg bin. Der UHU lässt wieder mal warten.
Was ist passiert?
Irgendwann fing es an, dass ich Krämpfe im Unterbauch bekam. Sehr zeitnah – wie es sich für eine Mann gehört (ungefähr 1 Jahr) – habe ich Ärzte aufgesucht, die die Diagnose Morbus Crohn stellten.
Toll. Das hat noch gefehlt.
Die Therapie hat allerdings kaum angeschlagen. Das waren echt höllische Schmerzen, dachte ich.
Was „höllische Schmerzen“ allerdings sind erfuhr ich später. Beim Jahresabschlussgrillen in meiner Firma, dachte ich, ich hätte die Bratwurst nicht vertragen. Die Krämpfe wurden immer schlimmer.
Ich schleppte mich nach Hause und war kaum noch in der Lage mich zu bewegen. Nach einer „interessanten“ Fahrt ins Krankenhaus, lag ich kurze Zeit später im OP.
Was war passiert?
Mein Dickdarm und meine Bauchdecke hatten sich so lieb, dass sie zusammengewachsen sind. Die ersten Anzeichen, waren die Krämpfe, die als Morbus Crohn diagnostiziert wurden.
An dem Tag war das Highlight dann, dass der Darm so verwachsen war, dass ein Darmverschuss die Folge war.
DAS waren höllische Schmerzen.
Der Gewichtsverlust begann
Nachdem ich aus der Klinik entlassen wurde, hat sich irgendwas verändert. Keine Ahnung was das war.
Mein Eßverhalten würde ich mit intuitiv beschreiben, Ich höre wieder mehr auf meinen Körper ohne auf etwas zu verzichten.
Die ersten 10 kg verlor ich in den ersten 4 Wochen nach der OP.
Der Rest ging so Stück für Stück. Möglicherweise hat die Zeit nach der OP einen „Pouch-Reset“ bewirkt und ich höre wieder mehr auf meinen Körper und mein Sattgefühl.
Auch versuche ich Ausgleiche zum Alltag zu finden. Der Kauf eines Motorrads hat da sicherlich was dazu beigetragen. Einfach nur Me-Time. Keine Ahnung wann ich vorher mal spontan an die Ostsee oder ins Alte Land gefahren bin. Entlang der ganzen Apfel Plantagen, durch die kleinen Dörder.
Das entschleunigt.
Bei mir kann man meine seelische Verfassung immer gut am Gewicht erkennen. Geht´s mir schlecht, geht das Gewicht hoch.
Vielleicht geht es Euch genauso? Schreibt es mal in die Kommentare.
Mein Magenbypass und ich sind nun seit gut 2 Jahren wieder im Einklang und er tut wieder was er soll.
Und natürlich kann ich mich immer noch mit Schoki oder Kohlehydraten ins Schlaf-Dumping schicken.
Das sind aber Faktoren, die ich steuern kann. Und auch das ist etwas, was mir wieder mehr Sicherheit gibt.
Was will ich mit dem Beitrag sagen?
Egal, was zwischendurch passiert. Mit der Adipositas ist es wie mit jeder chronischen Erkrankung. Es geht manchmal aufwärts und manchmal abwärts.
Und möglicherweise gibt es bei jedem Stellschrauben, wie man dies beeinflussen kann.
Auf den eigenen Körper hören, selbst ausprobieren, was am besten geht und was nicht und vor allem sich nicht mit anderen vergleichen, ist aus meiner Sicht das wichtigste.
Selbst 120 kg waren besser …
als die 160 kg, die ich zum Zeitpunkt der OP hatte. Wenn man allerdings schonmal unter 100 kg war, ist das für das Ego echt hart.
Lasst Euch nicht unterkriegen und hört auf Euren Körper.

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