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Warum man den “Alten” zuhören sollte

Wir kennen das alle, wenn wir der jungen Generation Tipps in bestimmten Lebenssituationen geben und anschließend dabei zusehen können, wie es genau anders gemacht wird.

So ähnlich ist es oftmals bei im Bereich der Selbsthilfe. Man sitzt in der Gruppe und hört was manche 2-3 Wochen Post-OP schon essen und wundert sich, weshalb hat derjenige oder diejenige sich überhaupt operieren lassen?

Muss es denn 2-3 Wochen nach der OP Sauce Hollandaise und Spargel sein? Oder Bratwurst? Und dies dann ganz stolz in der Gruppe erzählen. Schocki geht ja auch schon.

Vitamine? Ich hab seit 2 Jahren nichts genommen und meine Blutwerte sind super!

Der Hinweis, dass sich das ganz schnell ändern kann wird übergegangen. Was weiss ich denn schon als Betroffener, der schon ein paar Jahre und einige Mangelerscheinungen hinter sich hat.

Eiweiß? Davon hat mir niemand etwas gesagt.

Ja nee .. iss klar .. gibt es sowas wie postoperative Amnesie?

Überhaupt ist der Satz “Das hat mir niemand gesagt” eine gern genutze Aussage. Bei dem ein oder anderen in meinen geliebten Facebookgruppen mag das wohl zutreffen. Aber die Leute, die über Monate in den Selbsthilfegruppen sitzen und in Kliniken die konservative Therapie durchlaufen, haben das sicherlich schon mehr als einmal gehört. Vielleicht doch noch präoperative Amnesie? Dabei heisst es doch immer “Der Kopf wird nicht operiert”.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will. Wenn jemand, der schon einige Jahre eine Magen-OP hinter sich hat und vor gewissen Dingen warnt und Hinweise gibt, was man besser nicht tun sollte, dann ist man gut beraten, dies anzunehmen. Aber irgendwie landet man oftmals wieder beim ersten Satz.

Nicht falsch verstehen, es gibt sehr viele die wirklich alles gut im Griff haben und ich freue mich auch immer, wenn ich bei bestimmten Themen in der Selbsthilfegruppe gar nichts sagen muss, da die Gruppe meistens super reagiert. Und ich weiss auch, dass diese Themen wie oben beschrieben, ständig durchgekaut werden.

Genauso wie die Voraussetzungen für eine OP, die in den S3 Leitlinien “Prävention und Therapie der Adipositas” sowie den S3 Leitlinien” Chirurgie der Adipositas” beschrieben sind.

Als ob man als SHG Leitung den Leuten was böses will, wenn man sagt was man denn so machen muss. Nicht dass dies vorher in den Kliniken und Beratungsstellen nicht schon durchgesprochen wurde. Wo wir wieder bei dieser ominösen Amnesie wären?

Das schlimme für mich ist, dass ich mir im nachhinein immer viele Gedanken um die Leute mache, die scheinbar ziemlich planlos in die OP rennen und gefühlt überhaupt nicht vorbereitet sind. Ich persönlich würde bei einigen sogar ein OP-Veto einlegen um diese vor sich selbst zu schützen. Ich weiss, dass es vielen anderen erfahrenen Leitungen von Selbsthilfegruppen genauso geht.

Meine Bitte an alle die den Weg einer Magen-OP anstreben ist:

Hört auf die Langzeitoperierten. Nehmt ihren Rat an und verhaltet Euch nicht wie pubertierende Teenager, die meinen sie wüssten alles besser

Wir Langzeitoperierten haben auch schon gedacht, wir wären schlauer. War nicht so 😉

Und abschließend ein Zitat meines alten Chefs

Wenn Du zu blöd bist Dir was zu merken, schreibe es Dir auf (eigentlich müsste es im Dialekt geschrieben sein)

Und als kleine Nachtlektüre hilft dann vielleicht “Abnehmen ist doch ganz einfach?!”

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