Zwischen Genuss, Tagesform und dem „Lasagne-Index“
„Und für Sie?“ fragt der Kellner.
Da sitze ich nun. In der Hand die Speisekarte, die sich liest wie ein Roman. Rumpsteak (300g), Schnitzel „Wiener Art“ oder der Burger-Turm. Früher hätte ich gesagt: „Einmal die Nummer 42, bitte mit extra Käse.“ Heute denke ich: „Wie ist mein Magen heute eigentlich drauf?“
Denn das ist das Verrückte nach all den Jahren: Es gibt Tage, da kann ich eine fast normale Portion essen. Und am nächsten Tag bin ich nach drei Bissen von der Vorspeise satt. Es ist ein Glücksspiel.
Es geht nicht nur ums Essen
Früher war das Restaurant der Ort, um satt zu werden (und zwar richtig). Heute sehe ich das anders.
Essen gehen ist für mich vor allem soziale Teilhabe. Es geht um die Gespräche, das Lachen, das Beisammensein mit Freunden oder der Familie. Das Essen ist dabei eher die Begleitmusik, nicht mehr der alleinige Hauptdarsteller. Deshalb lasse ich mir diesen Spaß auch nicht nehmen, nur weil ich keine Riesenportionen mehr verdrücken kann.
Mein persönlicher Spleen: Der „Lasagne-Index“
Apropos Spaß: Ich habe da noch so eine kleine Macke. Ich bin absoluter Liebhaber der italienischen Küche. Und ich habe mir über die Jahre einen ganz persönlichen Maßstab zugelegt: Den Lasagne-Index.
Wenn ich zum ersten Mal in einem neuen Restaurant bin (gerade z.B. wenn ich in Berlin unterwegs bin), bestelle ich Lasagne. Immer. Das ist mein Referenzwert. An der Lasagne erkenne ich, ob der Laden was taugt. Ob ich die Portion dann schaffe? Eher selten. Aber probiert werden muss sie!
Meine Strategien für den Restaurant-Dschungel
Damit der Abend – ob mit oder ohne Lasagne – entspannt bleibt, habe ich so meine Taktiken:
- Mut zur kleinen Portion: Ich frage oft aktiv nach kleineren Portionen oder dem berühmten „Senioren-Teller“. Dabei geht es mir gar nicht ums Geld sparen. Ich finde es einfach unglaublich schade, Lebensmittel wegzuschmeißen. Mein Körper ist kein Mülleimer – aber die Mülltonne in der Küche sollte es auch nicht sein.
- Das „Tapas-Prinzip“ mit der Partnerin: Wenn ich mit meiner Freundin unterwegs bin, machen wir es oft so: Wir bestellen zwei kleinere Gerichte (oder Vorspeisen). Das ist genial, weil wir so beide von allem probieren können, ohne dass am Ende die Hälfte liegen bleibt.
- Der „Räuber-Teller“: Auch völlig legitim: Einfach nur einen leeren Teller bestellen und bei den anderen ein bisschen „räubern“. Manche schauen einen vielleicht komisch an, aber hey – wenn alle am Tisch damit fein sind, ist das die entspannteste Lösung.
- Einpacken? Kann man machen. Viele schwören auf den „Doggy Bag“. Ich persönlich lasse mir Reste eher selten einpacken, aber ich finde es absolut okay, wenn andere das tun.
Fazit: Hör auf Deinen Bauch (im wahrsten Sinne)
Das Wichtigste, was ich gelernt habe: Kein falscher Stolz. Wenn heute so ein „Vorspeisen-Tag“ ist, dann ist das eben so. Die Leute, mit denen ich essen gehe, mögen mich ja wegen meiner Gesellschaft und nicht, weil ich den Teller leer esse.
Der berüchtigte letzte Löffel
Manche kennen das: „Der Löffel (oder die Gabel) geht noch. Lasst es im Restaurant. Die Belegschaft schaut immer so doof, wenn man zur Toilette rennt und den letzten Löffel „zurückbringt“.
Genießt die Zeit mit Euren Leuten, lasst das Besteck zwischendurch mal liegen und hört auf Euren Körper.
Wie handhabt Ihr das im Restaurant? Und habt Ihr auch so einen Tick wie meinen „Lasagne-Index“ bei bestimmten Gerichten?

Gib den ersten Kommentar ab