Wir Dicken haben keine Lobby ….

Quelle: Tagesspiegel

Wozu auch, werden viele nun denken? „Esst einfach weniger, bewegt Euch mehr und seid nicht so faul“

Man könnte fast meinen, wir würden stellenweise auch noch diskriminiert. 😉
Aber das ist ein anderes Thema. Wir waren beim Thema „Lobby“.

Also warum haben wir „Dicken“ keine Lobby. Einen Grund habe ich oben schon aufgeführt. Die landläufige Meinung derer, die uns versuchen einzureden, dass es mit weniger Essen und Bewegung getan wäre. Am besten uns dann noch zu „I make you dingens dot com“ schicken wollen oder uns als Biggest Looser halbnackt mit BMI 55 auf die Waage stellen nur um mit der Verzweiflung der Dicken Quote machen zu wollen. Und es teilweise auch noch schaffen. Was sagt uns diese Sendung? Quäle Dich wochenlang dann schaffst Du alles. Aber Du musst dann dummerweise ein paar Wochen / Monate Urlaub nehmen und einen Personal Trainer einstellen.

Hab ich erwähnt, dass nicht mal die Ernährungstherapie bei einem qualifizierten Ernährungstherapeuten meiner Wahl von der Kasse vollständig finanziert wird? Ich schweife schon wieder ab … höre ich öfters, sorry.

Also die Sache mit der Lobby. Wie könnte man es schaffen, dass man sich seitens der Politik, der Öffentlichkeit und der Kostenträger (Krankenkassen) besser und intensiver mit der Thematik auseinandersetzt und ambulante Therapien auch finanziert werden? Ganz einfach .. indem alle die, die mit der Thematik zu tun haben, sich zusammensetzen und gemeinsam an einem Strang ziehen. Ganz einfach. Meint ihr?

Leider nicht. Es macht ab und an den Anschein. Dann wird gerufen man müsse gemeinsam etwas tun. Auch wenn man mit einzelnen Vertretern von Fachschaften und Gruppierungen spricht ,rufen die in der Regel „Ja super, müssen wir tun“ und dann .. passiert nichts. Niemand der versucht die einzelnen Gruppierungen zusammen zu bringen und eine gemeinsames Konzept aufzustellen. Die Diabetiker sind da schon ein paar Schritte weiter. Ja ok … viele Schritte weiter. Zumindest hat man den Eindruck wenn man die Thematik „Nationale Diabetesstrategie“ betrachtet. Vielleicht habe ich auch nur den Eindruck, da man die Betroffenen eventuell nicht mit einbezieht, weil die ja keine Ahnung haben.

Hab ich erwähnt, dass Diabetes und Adipositas oftmal Wegbegleiter sind und eigentlich gemeinsam bekämpft werden müssen?

Also müssten die Betroffenen vielleicht den Anfang machen? Tja … das könnte auch einfach sein .. „Klar müssen wir machen, wir sind dabei“ waren Aussagen die man hörte .. nur in welchem Jahrzent hat man nicht erwähnt. Und auch nicht ob und wie man sich aktiv daran beteiligen möchte.

Der Europäische Adipositas Tag am 21. Mai wäre nun ein guter Zeitpunkt gewesen um gemeinsam Flagge zu zeigen. Cool, dachte ich, da geht was. Ist es auch … durcheinander gegangen. Ich vermute mal, dass die meisten Betroffenen, Verbände, Fachgesellschaften gar nicht wissen, dass es diesen Tag gibt. Oder es interessiert nicht. Oder wie soll man auf einmal verstehen, dass eine Fachgesellschaft auf einmal einen nationalen Aidpositas Tag ausruft und keinen Bezug auf den Europäischen Adipositas Tag nimmt? Man könnte fast meinen, dass der Zweck ein ganz anderer ist.

Also stelle ich ganz provokativ eine Frage:

Liegt es daran, dass jede Gruppe der „Behandler“ ihr eigenes Ziel verfolgt und ihr „Produkt“ oder Therapie als einzig zielführendes ansieht? Bei der Therapie der Adipositas gibt es nunmal verschiedene Ansätze … und für jeden gibt es die richtige Therapie.

Aber liebe Spezialisten .. bitte vergesst dabei nicht den wichtigsten Part. Die Betroffenen und die Krankheit „Adipositas“ .. um die geht es nämlich.

Viele Fach- und Berufsverbände haben tolle Ansätze, nur macht jeder irgendwie sein eigenes Ding. So hat man als Betroffener zumindest ab und an das Gefühl. Aber immerhin hört man auf allen Symposien das nette Wort „interdisziplinär“. Im kleinen funktioniert das auch teilweise. Aber das hilft uns nicht im Großen und Ganzen.

Wir als Betroffene können das nicht initiieren.Wir schaffen es ja nicht einmal die Betroffenen zusammen zu bringen, da manch einer denkt ein Dachverband der Betroffenen und der Selbsthilfe würde sie „beschneiden“ und es würde nichts bringen. Wäre ich böse, würde ich sagen, dass so manchem vielleicht etwas der Weitblick fehlt.

Ausserdem ist die Adipositas Selbsthilfe bei den finanziellen Mitteln und der Zeit etwas eingeschränkt. WIR machen das nämlich ehrenamtlich und gemessen am Gesamtvolumen der Selbsthilfeförderung auf Bundesebene ist die finanzielle Förderung der beiden Adipositas Bundesverbände geradezu lächerlich. Es wird nämlich auch Wert auf Strukturen gelegt. Nur ohne Geld kannst Du keine Strukturen aufbauen.  Aber vielleicht fehlt uns Dicken einfach die Lobby …

Und wir sind selbst daran Schuld!

So .. und jetzt darf man mich hauen 😉

P.S. Es ist nicht sicher ob der Text so bleibt. Eventuell werde ich ihn noch ein wenig entwirren. Aber ich bin ja kein Journalist und es ist nur ein Blog.

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