Ungleiche Förder- und Nachweispraxis in der Selbsthilfe

Die ungleiche Förder- und Nachweispraxis der Kassen in der Selbsthilfe wurmt mich ja schon länger. Die Zügel für Leitungen von Selbsthilfegruppen werden immer enger angezogen. Prinzipiell ist klar, dass man wissen will wo das Geld hingeht.

Aber ist denn nicht möglich eine einheitliche Praxis zu etablieren? Muss denn jeder Förderer seine eigenen „Wünsche“ den Selbsthilfegruppen zur Auflage machen?

Das jeder Kasse oder Kontaktstelle viel Zeit (und somit Geld) in eigene Formulare investiert und die aus Berlin kommenden Formulare „optimiert“ ist schon schlimm genug. Das Kassen sich „Förderschwerpunkte“ geben, diese aber nicht öffentlich machen ist das nächste was mich nervt.
Warum? Weil man dann hört, dass die SHG Leitung doch vorher bei der Kasse anrufen und fragen soll. Ja, man kann es natürlich auch kompliziert anstatt transparent zu machen. DIe SHG Leitung hat ja nichts besseres zu tun als tagelang wegen 500 € Projektförderung zig Kassen anzurufen.

Und wenn wir schon bei „Transparent“ sind. In manchen Regionen muss man unterschreiben, dass man doe Pauschalförderung entsprechend des Antrages ausgegeben hat. In anderen Regionen gibt es Grenzen wo man dies pauschal bestätigen kann und wenn man über den Betrag kommt, dann muss man quasi einen Einzelverwendungsnachweis beifügen. Nein, der Betrag ist nicht festgelegt. Da würfelt dann jemand einen Betrag x und ab dem muss dann in der Förderregion der Einzelnachweis vorgelegt werden.

Und nun habe ich hier ein Schreiben liegen, da verlangt man von der Selbsthilfegruppe noch einen Tätigkeitsnachweis.

Wieso kann man da nicht was einheitliches festlegen, was bundesweit gilt? Klare Regeln und transparente Förderpraxis. Das könnte so einfach sein.

Anderes Beispiel. Bestimmte Kosten werden in dem einen Bereich mit Pauschalförderung abgedeckt. Woanders muss dann für 150 € ein Projektförderantrag mit Beschreibung und allem gestellt werden. Ach so .. aber vorher 4 Stunden telefonieren ob eine der Kassen dies denn auch als Förderschwerpunkt hat.

Müssen wir in Deutschland uns immer mehr selbstbeschäftigen? Müssen etwa verantwortliche Mitarbeiter bei den Kassen ihren Arbeitsplatz rechtfertigen?

Oder geht es darum Geld einzusparen? So wie in einem Förderbereich, wo erstmal jede SHG pauschal max. 700 € bekommt und man dann auf einer Tagung hört, dass ein
7-stelliger Betrag im letzten Jahr übrig war, der nicht ausgeschüttet wurde.

Liebe Kassen, ihr sollt uns Selbsthilfegruppen mit dem Geld unterstützen und nicht mit Verwaltungsaufgaben behindern. Wenn ihr das Gefühl habt, dass eine SHG Leitung die Gelder anders verwendet als für die Selbsthilfe, dann macht eine Prüfung und lasst Euch Belege zeigen.

Oder bin ich mit meiner Meinung auf dem Holzweg?

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2 Kommentare on "Ungleiche Förder- und Nachweispraxis in der Selbsthilfe"


  1. Ich stimme dir da ganz und gar zu.
    Witzig ist auch, das ein und die selbe Kasse, sogar absout der selbe Herr, unterschiedlich handelt.
    Bsp,: Bei der einen SHG eine Projektförderung gestellt, ok anderer Kreis, muss der Leiter erstmal in Vorkasse gehen, Rechnungen einreichen und erst dann wird entschieden wieviel Geld man ausgezahlt bekommt. Wohlbemerkt NACH dem Projekt. Bei einer anderen SHG, wie schon erwähnt anderer Kreis, wird vorab gefördert und das Geld auch vorab ausgezahlt.
    Wunderlicher gehts nimmer.

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