Meine Wünsche an Jens Spahn

Meine Wünsche an Jens Spahn, als designierten Gesundheitsminister sind eigentlich ganz einfach. Aber vielleicht richte ich diese an ihn persönlich – mehr oder weniger

Sehr geehrter Herr Spahn,

zuerst möchte ich Sie zu Ihrer kommenden Aufgabe beglückwünschen. Sicherlich kein einfacher „Job“ zum dem Sie nun berufen werden.
Alleine die ganzen Lobbyisten, Bittsteller und Besserwisser die nun noch mehr auf Sie einprasseln werden. Da kommt es auf mich ja auch nicht mehr an.

In einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen haben Sie betont, dass das Thema Gesundheit und Pflege eine „Generalistenaufgabe“ ist, da es letztendlich in alle Bereiche mit einfließt. Das finde ich sehr positiv, da man nun die Hoffnung hat, dass das Denken im Bereich „Gesundheit und Pflege“ ein langfristiges wird.

Wo ich dann auch bei meinem Thema „Adipositas“ wäre.

Die Adipositas gilt ja als eine der schwersten Bürden unseres Gesundheitssystems. Obwohl dies jeder bekundet, wird nichts wirkungsvolles dagegen getan.
Natürlich ist dies ein Thema wo zwei Welten aufeinander prallen.
Einerseits die „Selbst schuld“ – Verfechter. Auf der anderen Seite, die „wir können nicht wirklich etwas dafür“.

Objektiv betrachtet liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen.
Das Dumme an der Adipositas ist ja, dass die Ursachen so vielfältig sind, dass diese bei jedem individuell „erkundet“ werden müssen.

Mit den Anpassungen am Präventionsgesetz wurde schon ein guter und wichtiger Schritt für kommende Generationen getan. Gerade im Bereich Kinder und Jugendliche scheint es voran zu gehen. Mir ist auch bewußt, dass alles seine Zeit braucht.

Was die Therapie angeht, so sind wir allerdings nicht weiter. Denn es gibt schlichtweg keine Therapie. Alles läuft unter dem Deckmäntelchen der „Prävention“.
Aber mal unter uns. Glauben Sie, dass Herr Gabriel in seiner Gewichtsklasse mit „Prävention“ weiter gekommen wäre? Ach nein. Der Grund für seine OP war ja die Diabetes. Nur … was war der Grund für die Diabetes? Das Gewicht war bestimmt ein ausschlaggebender Faktor. Aber vielleicht hat das Stigma „Ich bin adipös“ dazu geführt, dass er es verneint.

Wenn man nun bedenkt, dass viele Betroffene nun auch noch an Bluthochdruck, Schlafapnoe und / oder Gelenkerkrankungen leiden, erkennt man recht schnell, dass es für Prävention zu spät ist.

Für die Betroffenen ist die Schuld immer schnell bei den Krankenkassen. Denn diese bezahlen keine Therapie. Ernährungstherapien werden lediglich bezuschusst. Wenn überhaupt. Die wenigsten wissen, dass den Kassen die Grundlagen einer vollständigen Finanzierung der Therapie fehlen. Würde die Ernährungstherapie im Heilmittelkatalog erscheinen, wäre dies anders.

Und so könnten wir uns nun durch alle Bereiche einer Adipositastherapie „wurschdeln“. Aber dann würde dies ja ein Buch werden 😉

Nicht zu vergessen, ist auch der volkswirtschaftliche Schaden, der durch die Adipositas und der assoziierten Krankheiten entsteht.

Mein Wunsch an Sie, Herr Spahn, wäre folgender: eine Therapie der Adipositas

Bitte initiieren Sie eine Arbeitsgruppe (Ausschuß ist ein irgendwie negativ belastetes Wort), der sich mit der Thematik befasst. Und BITTE, sorgen Sie dafür, dass in dieser Arbeitsgruppe auch Menschen sitzen, die Ahnung von dem Thema haben. Praktiker.
Gerne nenne ich Ihnen ein paar Namen. Und dabei bitte nicht die Betroffenen vergessen. Stichwort „Patientenkompetenz“.

Mit ist durchaus bewußt, dass Sie nun einen der größten Brocken in der Regierung zu tragen haben werden. Aber eines könnte Ihnen gewiss sein. Der Dank von Millionen adipöser Menschen, die endlich eine passende Behandlung erfahren würden.

In diesem Sinne und mit „dicken“ Grüßen

Michael Wirtz

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