Die „Versager“ und „Wiederzunehmer“ …

Ab und an trifft man auf Personen, wo man weiss, dass sie sich haben operieren lassen und man hat sich aus den Augen verloren. Sei es auf der Straße, bei Veranstaltungen oder es kommt eine Nachricht über Facebook, WhatsApp oder per Mail.

Sehr häufig ist es mittlerweile so, dass diese Personen wieder stark zugenommen haben. Man fragt sie dann warum sie sich denn nicht schon früher gemeldet haben. Als Antwort kommt dann oft „Ich habe mich geschämt, weil ich es nicht schaffe“.

Ich kann allen, die nach einer Magen-OP wieder zunehmen, nur raten, sich zwingend Hilfe zu holen. Ihr müsst Euch nicht schämen, denn es gibt durchaus mehr Betroffene bei denen es nach der Magenoperation nicht so funktioniert wie man denkt. Es ist KEINE Schande wenn man zunimmt. Wir alle nehmen irgendwann wieder zu. Manche mehr, manche weniger. Wenn es mehr ist, muss man allerdings was tun.

Selbst in der Selbsthilfegruppe ist es so. Nach einer OP kommen viele Betroffene noch eine gewisse Zeit und irgendwann sind sie dann weg. Meistens, weil man sein Ziel erreicht hat und mit dem Thema abschließen möchte. Das ist auch völlig in Ordnung. Ich sage dann allen, dass es in Ordnung ist, wenn es aber Probleme gibt können sie gerne wieder kommen. Und das sage ich nicht nur so, das meine ich auch. So versuche ich das auch bei Seminaren für SHG Leitungen zu vermitteln. Und viele SHG Leiter die ich kenne reagieren ebenso.

Alle die, die Euch vor einer Operation unterstützt und begleitet haben, unterstützen Euch weiterhin. Ärzte, Therapeuten und Selbsthilfegruppe. Auch wenn man sich mal 1 oder 2 Jahre nicht gemeldet hat. Auch die Ärzte und Ernährungstherapeuten die ich so kenne sagen immer wieder wie schade sie es finden, dass die Betroffenen sich dann nicht schnell genug melden, wenn es Probleme gibt.

Gerade wenn man ein paar Jahre operiert ist, verfällt man vielleicht in alte Verhaltensweisen oder vielleicht könnt ihr gar nichts dafür, weil sich am Magen irgendwas verändert hat, was operativ korrigiert werden muss. Die Ursachen müssen aber gefunden werden.

Den einzigen Vorwurf den ihr Euch evtentuell anhören müsst, wird „Warum hast Dich nicht früher gemeldet“ sein.

Also .. immer schön zur Nachsorge gehen .. ausser etwas Zeit kostet es nichts und Ihr solltet es Euch wert sein. Und lieber einmal mehr zum Arzt als zuwenig.

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3 Kommentare on "Die „Versager“ und „Wiederzunehmer“ …"


  1. Dies ist eine sehr gute Einstellung. Ja, das kann sehr schnell passieren. Man kann sehr schnell in alte Gewohnheiten verfallen. Dies passiert in fast jeder Lebenslage. Man motiviert sich für paar Monate zum Sport und schnell ist man wieder auf der Couch und traut sich nicht mehr ins Fitnessstudio.

    Ich finde es sehr hilfreich sich regelmäßig zu wiegen und falls man eine große Schwankung sieht. Dann kann man sowohl bei einer zu starken Abnahme oder eine zu großen Gewichtszunahme, seine Kalorien zählen. Dies geht ganz einfach mit einer App. Dies hat mir immer geholfen, auf der richtigen Spur zu bleiben. Danke für den Beitrag.

    Gruß Matthias

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  2. Du schreibst man soll sich Hilfe holen. Hab ich versucht – in der Klinik wo ich operriert wurde,der Arzt meinte ich solle Diät machen,ein Kollege sagte ich könne das Optifastprogramm machen.
    Das war’s ….
    Die SHG in der ich damals war,gibt es nicht mehr.
    Also was soll ich machen??

    Antworten

    1. Hallo Simone,
      in der Tat ist es nicht immer einfach geeignete Hilfe zu finden.
      Im ersten Schritt, würde ich mich selbst hinterfragen. Aber ohne mich verrückt zu machen. Bin ich in alte Verhaltensweisen gefallen, bewege ich mich ausreichend um meinen Stoffwechsel wieder in Schwung zu bringen?
      Nehme ich genug Eiweiß zu mir. Wenn die Shakes nicht schmecken, dann nehme ich neutrales Eiweiß, welches nicht andickt.

      Wenn meine Essensmengen viel zu hoch sind und mein Sättigungsgefühl fehlt, dann suche ich mir eine anderes Adipositaszentrum, welches mich richtig untersucht. Stichwort „Schluckröntgen“. Da ich Deinen Wohnort nicht kenne, kann ich nichts zu den Zentren in Deiner Nähe sagen.

      Wenn ich nur falsch esse oder ein Problem mit der Strukturierung habe, suche ich mir eine Ernährungsfachkraft, die Erfahrung im Post-OP Bereich hat.
      Vielleicht lasse ich eine BIA Messung machen und lasse diese von der Ernährungsfachkraft auswerten.

      und … ich lasse mich nicht unterkriegen. Denn je mehr ich mich verrückt mache, desto mehr neige ich zum Frustessen. Und das bewirkt genau das Gegenteil von dem was ich eigentlich will.

      SHG .. in der Tat eine blöde Sache. Aber vielleicht magst ja eine SHG gründen. Und vielleicht findest ja jemand, der das mit Dir gemeinsam machen möchte.

      Aber es ist schwer jemanden etwas zu raten, wo einem die Hintergrundinfos fehlen. Kannst mich auch gerne per Mail kontaktieren.

      Gruß
      Micha

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